Was haben Hermann Nitsch, Peter Handke und Joseph Beuy gemeinsam?
Die Begriffe „Blut, Rotz und Fett“ lassen sich zwar nicht als direktes, gemeinsames Manifest der drei Künstler Peter Handke, Joseph Beuys und Hermann Nitsch zitieren, jedoch fassen sie in drastischer Weise die ästhetischen und inhaltlichen Schnittmengen dieser drei Protagonisten des 20. Jahrhunderts zusammen. Sie stehen für eine Kunst, die das Körperliche, das Materielle, das Trauma und das Transzendente erforscht.
Deutschlandfunk Kultur
Hermann Nitsch, Peter Handke und Joseph Beuys sind bedeutende Künstler und Kulturschaffende, die vor allem durch ihre radikale Neuerfindung ihrer jeweiligen Kunstformen im 20. Jahrhundert verbunden sind.
Hier sind die wesentlichen Gemeinsamkeiten:
Avantgarde und Grenzüberschreitung: Alle drei gelten als Vertreter der Avantgarde, die mit herkömmlichen Konventionen gebrochen haben. Sie attackierten überkommene Verhältnisse und kritisierten diese radikal.
Neudefinition von Kunst/Literatur:
Joseph Beuys erweiterte den Kunstbegriff („Jeder Mensch ist ein Künstler“) und verband Kunst und Leben.
Hermann Nitsch entwickelte das „Orgien Mysterien Theater“, das als religionsgleiche Auseinandersetzung mit der Existenz Blut, Fleisch und rituelle Handlungen nutzte.
Peter Handke revolutionierte mit seinen Werken die Literatur, unter anderem durch das Sprechen über das „Ende der Literatur“ und die kritische Distanz zur etablierten Ordnung.
Provokation und Tabubruch: Nitsch (durch blutige Aktionen), Beuys (durch Fettecken, Filz und politische Aktionen) und Handke (durch sprachliche Provokationen und politische Haltungen) haben durch ihre Werke Aufsehen erregt und provoziert.
Kultureller Einfluss: Trotz (oder gerade wegen) der Kontroversen um ihre Personen und Werke gelten sie als prägende Figuren der Nachkriegskunst und -kultur im deutschsprachigen Raum.
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